Rückblick auf das kultur-klima Netzwerktreffen im LWL-Museum Zeche Zollern
Rückblick auf unser kultur-klima Netzwerktreffen im LWL-Museum Zeche Zollern
„Materialfreiheit = Kunstfreiheit?“ Mit dieser Frage begann unser kultur-klima Netzwerktreffen am 23. September 2026 im LWL-Museum Zeche Zollern in Dortmund und endete bei Ideen und Notizbüchern aus alten Plakaten.
Die Frage diskutierten die teilnehmenden Kulturakteur:innen in einem Workshop am Vormittag mit Mona Rieken und Kathlina Anna Reinhardt von Circular.Culture. Gemeinsam mit den Teilnehmenden hinterfragten sie die Vorstellung, dass künstlerische Freiheit zwangsläufig mit einer uneingeschränkten Materialwahl verbunden sein muss. Dabei richteten sie den Blick auf die neuen Handlungsmöglichkeiten, welche eine stärker kreislauforientierte Kulturarbeit eröffnen kann.
Dafür näherten sie sich dem Thema in drei Schritten: vom Glaubenssatz über dessen Ursprung hin zu einem neuen Narrativ. Gemeinsam wurde reflektiert, welche Vorstellungen von Kunstfreiheit und Nachhaltigkeit den Arbeitsalltag prägen, welche Hürden kreislauffähigeres Arbeiten erschweren und wie neue Perspektiven entstehen können. Dabei wurden unter anderem fehlendes Wissen, begrenzte Ressourcen und unklare Zuständigkeiten benannt. Eine Erkenntnis von vielen: Wir wollen mehr Miteinander statt Gegeneinander wagen und alle Gewerke eines Kulturbetriebs zusammenbringen, um Prozesse von Anfang an gemeinsam zu denken.
Nach dem Mittagessen führte uns Ina Wohlfahrt-Sauermann durch die Sonderausstellung „IndustrieInsekten“ des Museums und gab spannende Einblicke in die Materialwahl, was schon gut lief und künftig noch besser werden soll. Dabei äußerten die Teilnehmenden gleich Interesse an einer möglichen Weiternutzung einzelner Elemente der Ausstellung. So kann Materialsharing beginnen!
Am Nachmittag wurde Kreislaufwirtschaft schließlich ganz praktisch: Im Upcycling-Workshop von Kathlina Anna Reinhardt entstanden aus alten Plakaten und Flyern individuelle Notizbücher. Gleichzeitig blieb viel Raum für Austausch zu weiteren Themen aus dem Arbeitsalltag der Teilnehmenden.
Insgesamt wurde deutlich: Kreislauffähiges Arbeiten im Kulturbereich betrifft nicht nur die Wahl einzelner Materialien, sondern auch gewohnte Denkweisen, Entscheidungsprozesse und Strukturen. Gleichzeitig entstehen durch Austausch und Kooperationen viele Möglichkeiten, Veränderungen anzustoßen und Nachhaltigkeit stärker im Kulturalltag zu verankern.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden und unseren Referentinnen für ihre Perspektiven, Ideen und den offenen Austausch und freuen uns schon auf das nächste kultur-klima Netzwerktreffen.
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